Rentabilität

Die Kosten einer Zahnarztpraxis: wohin das Geld geht (und was du nicht siehst)

Zwischen dem, was du umsetzt, und dem, was dir bleibt, liegt eine lange Liste von Kosten. Manche sind sichtbar — Personal, Labor, Material, Miete — und andere stehen auf keiner Rechnung, fressen dir die Marge aber genauso. Beide zu kennen und sie als Prozentsatz vom Umsatz zu lesen, ist das, was den, der seine Praxis führt, von dem trennt, der sie nur umsetzen sieht. Hier ist die komplette Landkarte.

Kostenstruktur einer Zahnarztpraxis

Die grossen sichtbaren Positionen

Das Erste ist, das Gewicht jeder Kostenposition im Verhältnis zum Umsatz zu sehen, nicht in losen Euro. So kann sich eine Praxis jeder Grösse mit einem gesunden Bereich vergleichen und erkennen, welche Position aus dem Ruder gelaufen ist. Das sind die grossen:

  • Personal. Mit Abstand die grösste. Die Gesamtkosten — Löhne plus Beteiligungen — liegen normalerweise bei 35–45 % des Umsatzes. Über 50 % schau dir die Struktur an, zuerst den Inhaberlohn; unter 30 % zahlst du zu wenig oder dir fehlt Personal.
  • Labor. Stark vom Mix abhängig: je mehr Prothetik und Implantologie, desto stärker fällt es ins Gewicht. Meist bewegt es sich um 10–15 %.
  • Klinisches Material. Verbrauchsmaterial, in der Regel 6–10 %.
  • Miete und Räumlichkeiten. Lokal, Nebenkosten, Instandhaltung: rund 5–10 % je nach Lage.
  • Ausstattung und Abschreibung. Der Wertverlust von Behandlungsstühlen, Bildgebungsgeräten und Technik, über die Zeit verteilt.
  • Gemeinkosten. Versicherungen, Software (inklusive Verifactu-konformer Fakturierung), Marketing, Steuerberatung, Bankgebühren. Einzeln klein, zusammen summieren sie sich.

Was nach all dem übrig bleibt, ist deine Gewinnmarge — die Zahl, die wirklich misst, wie das Geschäft läuft.

Kostenstruktur einer Zahnarztpraxis im Mola-Dashboard
So sieht es in Mola aus: wohin jede 100 € Umsatz gehen. Beispieldaten.

Die versteckten Kosten: die, die nicht per Rechnung kommen

Hier ist, was die Buchhaltung nicht als „Kosten“ ausweist, dich aber wirklich Geld kostet — und meist ist es da, wo am meisten Marge entweicht:

  • Dein eigenes klinisches Gehalt, nicht angerechnet. Wenn du am Stuhl arbeitest und dir kein marktübliches Gehalt zuweist, glaubst du, die Praxis verdiene mehr, als sie verdient. Wir erklären es in wie viel der Inhaber verdient.
  • Der leere Stuhl. Eine leere Stuhlstunde kostet gleich viel an Miete, Geräten und einem Teil des Personals — produziert aber nicht. Das ist der Kostenfaktor der niedrigen Auslastung.
  • Die nicht angenommenen Kostenpläne. Jeder abgelehnte Behandlungsplan ist bereits geleistete vertriebliche und klinische Arbeit, die nicht zu Umsatz wird. Reine Opportunitätskosten — und mit am leichtesten zurückzuholen, indem du deine Annahmequote von Kostenvoranschlägen verbesserst.
  • Die Patient:innen, die nicht wiederkommen. Eine neue Patientin zu gewinnen, kostet viel mehr, als eine zu halten, die dich schon kennt. Die stille Abwanderung ist ein Kostenfaktor, den niemand in Rechnung stellt — und den du mit einem guten Recall- und Reaktivierungssystem angehst.
  • Was du nicht einnimmst. Fakturiert ist nicht eingenommen. Eine Inkassoquote unter 95 % ist geleistete Arbeit, die unterwegs liegen bleibt.

Wie du sie steuerst, ohne verrückt zu werden

Es geht nicht darum, an dem zu sparen, was man in der Praxis merkt. Es geht darum, drei Dinge mit Köpfchen zu betrachten: das Gewicht jeder Position im Verhältnis zum Umsatz (nicht den absoluten Betrag), die zwei grossen — Personal und Labor, wo das Geld steckt — und die versteckten Kosten, die fast nie überwacht werden und meist mehr Spielraum bieten als das Material zu kürzen. Und immer zusammen mit der Marge zu lesen: Ein Kostenfaktor ist nur im Verhältnis zu dem „hoch“, was er einbringt.

In einer Zeile — Betrachte Kosten als % vom Umsatz · Personal 35–45 % · Labor 10–15 % · und vergiss die versteckten nicht: leerer Stuhl, verlorene Kostenpläne, Patient:innen, die nicht wiederkommen, was du nicht einnimmst.

Das Problem ist nicht das Kürzen, sondern das Sehen

Die meisten Praxen haben kein Problem mit aus dem Ruder gelaufenen Kosten; sie haben ein Problem mit der Sichtbarkeit. Die sichtbaren Ausgaben sind zwischen Steuerberater und Bank verteilt, die versteckten misst niemand, und alles in einem klaren Bild zusammenzubringen, erfordert es, Umsatz, Terminplan und Kosten jeden Monat zu verknüpfen. Von Hand ist das nicht zu halten.

Mola liest die Aktivität deiner Praxissoftware, verknüpft sie mit deinen Kosten und zeigt dir die komplette Struktur — sichtbar und versteckt — als Prozentsatz vom Umsatz, mit ihrem Zielbereich und einer Warnung, wenn eine Position abweicht. Du siehst, wohin jeder Euro geht, ohne ein Excel zu bauen, und weisst, wo du handeln solltest. Es ist Management-Analyse, sie ergänzt deinen Steuerberater, ersetzt ihn nicht. Betrachte sie zusammen mit dem Rest in deinem wöchentlichen Dashboard.

Dr. Jaime Fernández Mercadé

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20 Minuten mit Dr. Jaime Fernández Mercadé — Zahnarzt und Inhaber der Clínica Dental Palacio — um ihm vorzulegen, wo dir die Marge entweichen könnte. Keine Verkaufsdemo: ein Gespräch mit jemandem, der selbst eine Praxis führt.

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Häufige Fragen

Rund um die Kosten einer Zahnarztpraxis

Was sind die wichtigsten Kosten einer Zahnarztpraxis?

Die grossen Positionen sind das Personal (mit Abstand die grösste), das Labor, das klinische Material, Miete und Räumlichkeiten sowie die Abschreibung der Ausstattung. Dazu kommen die Gemeinkosten (Nebenkosten, Versicherungen, Software, Marketing, Steuerberatung). Nützlich ist nicht der Betrag in Euro, sondern das Gewicht im Verhältnis zum Umsatz: Da sieht man sofort, welche Position aus dem Ruder gelaufen ist.

Welcher Prozentsatz an Personalkosten ist in einer Zahnarztpraxis gesund?

Die gesamten Personalkosten — Löhne plus Beteiligungen angestellter Behandler:innen — liegen normalerweise bei 35–45 % des Umsatzes. Über 50 % stimmt etwas an der Struktur nicht, meist ist der Inhaberlohn höher als der Betrieb trägt. Unter 30 % zahlst du entweder unter Markt oder dir fehlt Personal. Es ist die grösste Position der Praxis, daher bewegen kleine Abweichungen hier die Marge stark.

Was sind die versteckten Kosten einer Zahnarztpraxis?

Das sind die, die nicht per Rechnung kommen, dich aber Geld kosten: dein eigenes klinisches Gehalt, wenn du es dir nicht anrechnest, die leere Stuhlzeit, die du gleich bezahlst, die nicht angenommenen Kostenpläne, die Patient:innen, die nicht wiederkommen, und das, was du am Ende nicht einnimmst. Sie stehen in der Buchhaltung nicht als „Kosten“, erodieren das Ergebnis aber genauso stark oder stärker als die sichtbaren Ausgaben.

Wie senke ich Kosten, ohne die Qualität zu senken?

Indem du bei den zwei grossen Positionen — Personal und Labor — und bei den versteckten Kosten anfängst, nicht beim klinischen Material. Die Stuhlauslastung, den Behandlungsmix, die Verhandlung mit dem Labor und die Inkassoquote zu prüfen, gibt meist mehr Marge frei als am Material zu sparen, das man in der Praxis merkt. Der Schlüssel ist, Kosten als Prozentsatz vom Umsatz und zusammen mit der Marge zu betrachten, nicht absolut.

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